Aus unserem einst geliebten Flohauktionsmarkt für alle, wurde 1,2,3 … eine Was-auch-immer-Sofortkaufenramschbude. Bekanntlich war das kein genialer Schachzug.
Da erschien Dawanda – ein Licht am Horizont. Authentische, selbstgemachte Produkte für uns alle. Nun, man darf bei dem ein oder anderen Angebot schon skeptisch sein, ob dies sich noch mit den Erwartungen der Nutzer an die Plattform verträgt. Wenn die Mengenverkäufer von Ebay zu Dawanda wechseln, droht ein ähnliches Schicksal wie beim Auktionshaus. Nur viel schneller. Auf Dawanda sollten sich ja keine Schnäppchenjäger tummeln, die sich mit Nanunanakram abfrühstücken lassen. Die Grenze zu ziehen, ist zugegebener Maßen aber alles andere als simple. Inzwischen ist der Unmut so laut geworden, dass die taz ihre Stimme erhebt.
Mit Sorge blicken wir auf die Strategie der Gründer, die, wie wir wissen, keine Handarbeiter sind. Zuviel BWL? Zuwenig Herz? Wir wollen es nicht hoffen. Viel Erfolg!
Kommentare zu diesem Beitrag abbonieren
Nun, das glaube ich sofort. Harte Kriterien definieren ist schwierig. Regeln für Nutzergremien entwerfen sicher auch nicht ohne – man muss ja Konkurrenzmobbing vermeiden. Das geht bestimmt über eine wie auch immer geartete Rotationsregel und höchste Transparenz. Die Entscheidungsfindung müsste für jeden offen einsehbar sein usw. – wenn man sich Zeit nimmt, bekommt man schon was zusammen. Diese ist halt leider knapp. Allerdings scheint mir das - mindestens mittelfristig – ein existenzielles Thema für die Plattformen zu sein. Da muss dann Zeit für her. Aber ich muss auch nur theoretisieren und bin deshalb klar im Vorteil.
Gruß
ok
[...] http://hobbynomics.de/155/geht-dawanda-den-weg-alles-ebayschen/ [...]
oho! das mit dem nutzergremium ist keine so schlechte idee, unsere überlegungen gehen auch ganz klar in die richtung. ist nur eben auch kompliziert (zB nach welchem verfahren die nutzer ausgewählt werden oder wie roliert wird). darüber hinaus müssen, gerade wenn die nutzer entscheiden, trotzdem regeln her. solange wir das noch selbst entscheiden reichen zwei stichworte: >keine massenware (http://en.wikipedia.org/wiki/Microbrand) und >kreativ (http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfungsh%C3%B6he). aber formulierungen dafür zu finden, die einigermassen eindeutig und trotzdem kein juristendeutsch sind, das ist schwerer als ich dachte. und es gibt ja immer so viel anderes auf der tagesordnung… seufz!
Die Abgrenzung ist ganz sicher schwierig. Da braucht es eine klare Strategie und dann muss man da durch. Denn wie immer man entscheidet, man tut auf jeden Fall irgendjemanden weh. Wenn man alles reinlässt, endet man eben in der Ecke “Ramschladen”.
Denkbar wäre auch zum Beispiel ein Nutzergremium einzurichten, um Zweifelsfälle transparent zu klären. Aber dazu muss man dann einen Teil der eigenen Entscheidungsautorität weggeben. Trotz aller “Social Web” Phraserei ist dazu die Bereitschaft doch eher gering.
In jedem Fall wird es spannend zu beobachten, wie die einzelnen Plattformen damit umgehen werden.
spannend! den TAZ-artikel hab ich gar nicht mitbekommen. danke für den hinweis!
die abgrenzung ist in der tat ein problem. wir (shopwindoz) kennen das problem selbst zur genüge, und das ist auch der grund, weswegen wir nach wie vor jeden bewerber einzeln angucken, bevor wir ihn freischalten.
aber wo genau liegen die grenzen, was ist ok und was nicht? Klare Regeln dafür zu formulieren ist nämlich sauschwer… (wir entscheiden in der regel aus dem bauch heraus oder sprechen uns untereinander ab.)