Wenn man ein bisschen im Dawandaforum durch die Gegend stiefelt, wird einem ob der Naivität mancher Hobbynomics ganz schwindelig. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein übereifriger Steuerbeamter da zuschlägt. Wir leben in Deutschland des 21. Jhd. Da darf man nichts verkaufen, ohne dies amtlich registrieren zu müssen. Das heisst, jeder der auch nur halbwegs regelmässig was auch immer verkauft, muss sich in die Mühlen der preussisch korrekten Bürokratie begeben. Es wird (Klein-)Gründern in unserem geliebten Lande keineswegs leicht gemacht. Mit ein paar wenigen Grundweissheiten kann man allerdings die wichtigsten Stolpersteine umgehen.
Regeln für Hobbynomics:
- Arbeitgeber fragen. Ihr seid Nebenberufshobbynomics? Dann informiert den Arbeitgeber über eure geplanten Aktivitäten. Noch besser ist es, ihr holt euch eine Genehmigung.
- Lasst Euch beraten. Gerade bei Hobbynomics kann es vorkommen, dass ihr als Künstler geltet oder als Handwerker oder als Kunstgewerbetreibender oder alles zusammen. Die Unterscheidung kennen nur die Experten, wenn überhaupt. Lasst euch darüber bei der örtlichen IHK und/oder Handwerkskammer beraten. Eine Kurzinfo zum Thema gibt es bei Existenzgründer.de
- Sobald ihr was verkauft, ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Gewerbe, also Gewerbe anmelden.
- Ist bei der Beratung herausgekommen, dass ihr als Freiberufler einzuordnen seid, dann müsst ihr euch beim Finanzamt anmelden.
- Meldet man ein Gewerbe an, kommt das Finanzamt oft alleine. Wir empfehlen jedoch die Initiative zu ergreifen.
- Kleinunternehmer? Kommt nur wenig Umsatz zu stande, könnt ihr eventuell die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Erklärt wird dies kurz auf Onlinesteuerrecht.de
- Habt ihr ein Gewerbe angemeldet, kommt die IHK oder Handwerkskammer ganz alleine auf euch zu und verlangt ihren Anteil. Da kann man sich nicht gegen wehren. Macht ihr wirklich nur ganz wenige Umsätze [<5.000€] dann könnt ihr versuchen, euch mit dem Hinweis auf hobbyähnliches Gewerbe ohne Mitarbeiter mit Minimalumsätzen befreien zu lassen, Manche IHKs sollen sowas mitmachen.
- Wenn Ihr dauerhaft keine Gewinne erwirtschaftet, kann das Finanzamt dies als “Liebhaberei” klassifizieren. Dann gehören alle Erträge, aber auch alle Kosten in den Bereich privater Lebensführung. Das Steuerlexikon erklärt dies kurz.
- Spätestens zum Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung müsst ihr eine Buchhaltung führen.
Das hört sich alles kompliziert an. Leider gestaltet es sich in der Praxis oft genug auch so. Aber für Hobbynomics ist das kein Problem. Ihr müsst nur aktiv werden. Am besten mit der Beratung bei der IHK/Handwerkskammer beginnen. Wer in einer der Pilotregionen wohnt, kann auch die neue Behördennummer 115 versuchen. Dannach sieht man klarer. Der Rest ist lästiges Formulare ausfüllen.
Linkverzeichnis:
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http://www.dihk.de/ Hier findet ihr die örtliche IHK
http://www.zdh.de/ und hier die Handwerkskammer
Liste der zulassungspflichtigen Handwerke auf Wikipedia
http://onlinesteuerrecht.de/
http://www.existenzgruender.de/
http://www.steuerlexikon-online.de/
Die Behördennummer 115
Kommentare zu diesem Beitrag abbonieren
Das mit der Steuer und Buchhaltung kann man ganz einfach halten. Ich habe eine Steuerberaterin, die mir pro Monat um die 28 € abknöpft. Das hängt natürlich auch von den Umsätzen ab. Aber da die im Moment bei meinem Mini-Gewerbe noch gering sind, ist das für mich die einfachste Lösung.